Corinna Michelsen, Anneliese Leffler, Telse Maria Kähler

Vorlesetag in Müden

Am Vorlesetag finden überall in Deutschlands Schulen Lesungen für Schüler statt. Es ist ein Tag voller Geschichten.

Mit den Fragen: „Wie hören sich die Geschichten aus ‚Interview mit Emely‘ wohl auf Plattdeutsch an?“ und „Warum ist das Vorlesen für Kinder so wichtig?“ im Kopf, fuhr ich am 17.11.2017 nach Müden.

Die Plattdeutschbeauftragte des Landkreises Gifhorn Anneliese Leffler hatte mich eingeladen, am Vorlesetag in der Aller-Oker-Schule dabei zu sein. Gespannt lauschten die Kinder der Klasse 4b der Geschichte, wie Emely nach Bokelberge kam.

Alle Kinder kannten Emely und waren schon auf dem Tierhof von Corinna Michelsen in Bokelberge.

Und doch, auf Plattdeutsch hört sich das alles ein wenig anders an. An den Gesichtern der Kinder konnte man genau erkennen, wer das Plattdeutsche verstehen konnte und wer nicht. Ich war überrascht, wieviele Kinder keine Probleme mit dieser Mundart hatten.

Vorlesetag in Müden
Die Vorleserinnen am Vorlesetag in Müden

Später erfuhr ich, dass einige Kinder freiwillig nachmittags Plattdeutsch lernen. Frau Leffler, die auch kulturelle Beiträge in Plattdeutsch für den Gifhorner Kreiskalender schreibt, unterrichtet Kinder aus unterschiedlichen Klassen. Und alle haben offensichtlich sehr viel Spaß dabei!

Nach der ins Müdener Platt übersetzten Geschichte „Emelys Kindheit“ war ich dran mit „Emelys Flucht in den Wald“ – natürlich auf Hochdeutsch. Anders als einige Kinder in der Klasse kann ich kein Plattdeutsch. Bei „Emely und die Polizisten“ durften die Kinder wählen, zwischen Plattdeutsch und Hochdeutsch. Sie entschieden sich für Hochdeutsch.

Es war ein lustiger Vormittag und ich muss sagen: „Die Geschichten in Plattdeutsch gefallen mir!“. Es hat Spaß gemacht.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten.


Warum es für Kinder so wichtig ist, etwas vorgelesen zu bekommen?

  • Kinder brauchen Vorbilder, die ihnen Lesefreude vermitteln, damit sie später mit mehr Beigeisterung selbst zu Büchern, Zeitungen oder E-Books greifen.
  • Etwas vorzulesen, zum Beispiel vor dem Einschlafen, ist ein wunderbares Ritual. Viele Kinder lieben es, wenn die Eltern, Großeltern oder andere Bezugspersonen ihnen etwas vorlesen. Eine Untersuchung aus den vergangenem Jahr ergab: Ungefähr jedes dritte Kind wünscht sich, seine Eltern sollten ihm mehr vorlesen.
  • Wer oft Geschichten hört, kann besser reden, schreiben und lesen. Meist kennt er auch mehr Wörter als Kinder, denen keiner vorliest. Das haben Fachleute herausgefunden.
  • Liest man Kindern regelmäßig etwas vor, haben sie oft bessere Noten.

Und wenn ich an die strahlenden Augen der Kinder an diesem Vormittag denke, kann ich nur sagen: „Es macht sehr viel Freude, Kindern etwas vorzulesen!“.

 

Quelle: Gifhorner Rundschau vom 16.11.2017 im Artikel „V-O-R-L-E-S-E-N“.